Zwischen Wind, Feuer und Zerbrechlichkeit

Isa Pinder

Isa Pinder ist freiberufliche Künstlerin und Grafikdesignerin aus London. Obwohl sie beruflich fast ausschließlich digital arbeitet, entstehen ihre eigenen Werke bewusst analog. In ihren Collagen und Mixed-Media-Arbeiten kombiniert sie Papier, Farbe, Ölpastell und Stickerei. Besonders wichtig ist ihr dabei, Materialien direkt zu fühlen und mit den Händen zu arbeiten. Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz betrachtet sie deshalb mit Sorge – als Bedrohung für kreative und handwerkliche Prozesse.

Für ihren Aufenthalt in der Eremitage des Landschafts- und Kunstvereins Rietzer Berg hatte Isa Natur und Ruhe erwartet, jedoch nicht die völlige Abgeschiedenheit des Ortes. Mit der Zeit verstand sie diese jedoch als Einladung, sich wieder stärker mit ihrem Körper und ihren Sinnen zu verbinden. Besonders inspirierend waren für sie der Wind, die Bäume, der Sand und die Gerüche der Umgebung.

Das einfache und langsame Leben in der Eremitage empfand sie als wohltuende Auszeit vom mentalen Stress ihres Alltags in London. Sie genoss es, sich stundenlang auf eine Sache konzentrieren zu können und ganz im Augenblick zu sein. Morgens frühstückte sie draußen, vormittags arbeitete sie künstlerisch, später fuhr sie oft mit dem Fahrrad nach Brandenburg oder verbrachte Zeit im Landschaftspark.

Während ihres Aufenthalts entstanden mehrere neue Arbeiten rund um die Themen Energie, Bewegung, Feuer, Zerbrechlichkeit und Erneuerung. Netze, warme Farben, Bienen, Pollen und bewegte Formen tauchen dabei immer wieder auf. Viele Werke verbinden Fragilität mit Wachstum und Veränderung.

Von ihrer Zeit am Rietzer Berg möchte Isa vor allem die Ruhe und Konzentration mit zurück in ihren Alltag nehmen – und sich künftig bewusst Zeit schaffen, um ungestört an ihrer Kunst arbeiten zu können.