Zwischen Aufblühen und Verwurzelung

Astrid Hornung

Der Aufenthalt von Astrid Hornung in der Kunst-Eremitage begann anders als geplant. Die Künstlerin aus Nürnberg, die als Performance-Künstlerin, Schauspielerin und Pädagogin arbeitet, kam erschöpft an. Eine intensive Theaterproduktion lag hinter ihr, der Stress hatte sich über Wochen aufgebaut. Statt sofort mit ihrem geplanten Blütenprojekt zu beginnen – einer künstlerischen Auseinandersetzung mit Fragilität und Aufblühen – musste sie zunächst innehalten.

Astrid nutzte die Zeit, um sich zu sammeln, sich zu erden und wieder bei sich anzukommen. Sie begann täglich zu meditieren, öffnete sich bewusst der Natur und suchte die unmittelbare Verbindung zur Umgebung – etwa, indem sie barfuß den Boden spürte. Der Landschaftspark wurde für sie zu einem Erfahrungsraum, den sie mit allen Sinnen erkundete. Täglich besuchte sie ihre Lieblingsorte, entdeckte aber auch immer wieder neue Plätze.

In dieser Phase des Rückzugs entstanden zahlreiche Notizen und innere Bilder. Eine zentrale Erkenntnis kristallisierte sich heraus: Alles hat seine Wurzeln. Selbst das Zarte, Fragile ist nicht losgelöst, sondern tief verankert. Es geht nicht nur um das Blühen, sondern ebenso um das Verwurzeltsein.

Der Garten der Eremitage wurde für Astrid zu einem geschützten, beinahe magischen Ort, den sie als heilsam empfand. Auch wenn das ursprüngliche Projekt unausgeführt blieb, fand sie eine andere künstlerische Form: Sie begann, die Blüten des Gartens auf kleine Steine zu malen. Die während ihres Aufenthalts entstandenen inneren Bilder werden sie darüber hinaus noch lange begleiten – und in zukünftigen Arbeiten ihren Ausdruck finden.