Malen, Ruhe und neue Inspiration in der Natur

Michael Kolloch

Kunst als zweiter Beruf

Schon seine Eltern haben Michael Kollochs Interesse an Kunst gefördert. Gemalt hat er immer gern, doch lange fehlte ihm die Zeit dafür, denn als selbstständiger Chemiker war er beruflich stark eingespannt. Vor etwa 20 Jahren verkaufte er seinen Firmenanteil und fand damit den Raum, die Malerei zu einem festen Bestandteil seines Lebens zu machen. Seitdem ist die Kunst sein zweiter Beruf – auch wenn er inzwischen längst im Ruhestand ist.

Eine Auszeit zum Malen

Im September 2026 war Michael zu Gast in der Kunst-Eremitage im Landschaftspark Rietzer Berg. Sein Ziel: in Ruhe malen und sich ganz auf die eigene Arbeit konzentrieren. Die Motive für seinen Aufenthalt hatte er zum Teil schon vorher im Kopf. Entwürfe entstehen bei ihm auf dem iPad, manchmal dienen auch Fotos als Vorlage. Die Ruhe der Eremitage bot ihm die Möglichkeit, sich ohne die üblichen Ablenkungen seiner Kunst zu widmen.

Série Noire – Malerei in zwei Farben

Eine besondere Rolle in seinem Werk spielt die „Série Noire“, eine Serie meist zweifarbiger Bilder, von der bereits rund 100 Arbeiten entstanden sind. Den Anfang machte das Porträt seines Schwiegervaters, dessen markantes Gesicht Michael in zwei Farben festhielt. Manchmal kommt noch eine dritte Farbe hinzu. Die Reduktion auf wenige Farben verleiht den Motiven ihren eigenen Charakter und zeigt, wie viel Ausdruck mit begrenzten Mitteln möglich ist.

Mit offenen Augen durch die Natur

Neben dem Malen nutzte er die Zeit auf dem Rietzer Berg für ausgedehnte Spaziergänge. Er lauschte den Geräuschen der Natur, beobachtete Zugvögel und machte sich auf die Suche nach Pilzen. Die Umgebung wurde so nicht nur zum Ort der Ruhe, sondern auch zu einem Raum für Beobachtungen und neue Eindrücke.
Auch abseits seiner eigenen Malerei engagiert er sich für Kunst und Kultur: Im Bürgerzentrum Kompass in Berlin-Hellersdorf unterstützt er ehrenamtlich Kunstausstellungen und Veranstaltungen. Außerdem hat er im letzten Winter dabei geholfen, die Bibliothek unseres Landschaftsparks zu katalogisieren.

Ein Leben voller Bilder

Michael Kolloch wurde in Oberschlesien geboren; verbrachte lange Zeit in Köln und lebt heute in Berlin. In seiner Wohnung haben sich inzwischen schätzungsweise 300 bis 400 eigene Bilder angesammelt, dazu kommen zahlreiche Werke anderer Künstler. Er hat bereits viele seiner Arbeiten verkauft und stellt gelegentlich auch in Hellersdorf aus. Doch öffentliche Aufmerksamkeit ist für ihn nicht das Wichtigste. Entscheidend ist die Freude am Malen – und die Möglichkeit, sich immer wieder auf neue Motive und Ideen einzulassen.